Hans Nieswandt
Kompakt, Ware, Mute, WDR Einslive / Köln
http://myspace.com/hansnieswandt

Kaum ein Ort auf dieser Welt – sei es in der heimischen Provinz oder schillernden Metropole – den der erfolgreiche Ex-Redakteur, Whirlpool-Produzent und vor allem DJ in seiner zwanzigjährigen Karriere nicht besucht hat. Im Auftrag des Goethe Instituts jettet der Kölner seit etlichen Jahren regelmäßig zwischen den Kontinenten und leistet Überzeugungsarbeit und Aufbauhilfe in den Klubs Vietnams, Südafrikas oder dem russischen Hinterland. Gleichzeitig schreibt er vielbeachtete Bücher über den Discozirkus und hat seine eigene Radiosendung.

Geboren 1964 in einer mittelgroßen Industriestadt namens Mannheim, ist Hans Nieswandt seit über 15 Jahren ein so respektierter wie aktiver Charakter in der Welt der DJ- und Clubkultur, der elektronischen Musikproduktion und des gehobenen Popjournalismus. Ausgedehnte DJ und Vortragsreisen führten ihn rund um die Welt. Allein und im Team mit Whirlpool Productions erschienen bis heute sechs Alben und unzählige Remixe. Im Jahr 2002 erschien bei KiWi Köln sein erstes Buch „plusminusacht – DJ Tage, DJ Nächte“. Seit Frühling 2003 macht Hans Nieswandt mit „Elektronische Melodien“ auch eine eigene Radiosendung bei WDR 1Live. Ein Mann, der auf vielen Kanälen sendet...

Der DJ: Schon mit 13 Jahren versuchte Hans Nieswandt, die Kontrolle über das Sound System bei Schulparties zu gewinnen, sowie über die Musikseiten der Schülerzeitung. Erstmals 1983 für das Auflegen von Tanzmusik in einem öffentlichen Nachtclub bezahlt: früher Rap, Dance und New Wave in der süddeutschen Provinz. Umzug nach Hamburg Mitte der 80er. Schwer getroffen von Acid-, Deep- und Garage-House in den späten 80ern, dadurch dazu inspiriert, ein richtiger Mix-DJ zu werden. Seit den frühen 90ern reist Hans Nieswandt fast jedes Wochenende mit seiner Plattenkiste umher und spielt dabei meistens seinen speziellen Mix aus Disco, House und Techno. Besondere Arrangements auf Anfrage. Als Radio-DJ präsentiert er jede Mittwochnacht von null Uhr bis ein Uhr auf WDR 1Live die Live-Mixshow „Elektronische Melodien“.

Der Produzent: Während Hans Nieswandt schon in den frühen 80ern, als Teenager am Bodensee, immer in irgendwelchen Punk- oder new wavigen Dancepop-Bands mit deutschen Texten gespielt hat, entstand sein erstes wirklich erfolgreiches Musikprojekt in den frühen 90ern. Mit Eric D. Clark und Justus Köhncke gründete er die Gruppe Whirlpool Productions, die 1997 sogar Popstars in Italien wurden und mit „From: Disco To: Disco“ einen bizarren Nummer-1-Hit hatten. Nach vier großen Alben wurde das Projekt im Jahr 2000 auf Eis gelegt. Außerdem veröffentlichte Hans Nieswandt zwei Soloalben, „Lazer Muzik“ (1999) sowie „The True Sound Center“ (2004). Daneben produzierte er eine Riesenmenge Remixe für Künstler aus dem In- und Ausland aus den verschiedensten Richtungen.

Der Autor: Nachdem er schon zu seiner Schulzeit am Bodensee Mitherausgeber eines Fanzines war, holte sich Hans Nieswandt seinen redaktionellen und journalistischen Schliff Mitte bis Ende der 80er Jahre in Hamburg. Dort schmiß er sein Studium der Amerikanistik, um Filmredakteur bei einem Stadtmagazin zu werden. Ausgiebiges Schaffen als freier Autor für eine Menge großer und kleiner Musik- und Kulturmagazine sowie den Boulevard. Sagen wir: Spex, Stern und Mopo.

Dann der Traumjob 1990: Redakteur beim respektiertesten deutschen Musikmagazin der Welt, Spex. Schmeißt den Traumjob nach drei Jahren hin, um sich auf Musikproduktion und DJ-Dasein zu konzentrieren. Weniger Textarbeit am Ende der 90er, aber ein Buchangebot des renommierten Kölner Verlagshauses Kiepenheuer & Witsch. 2002 erscheint sein erstes Buch „plusminusacht – DJ Tage, DJ Nächte“ mit großem Erfolg bei Publikum und Kritik. Ein Jahr später schießt die Deutsche Grammophon die vom Autor selbst produzierte und gelesene Hörbuchversion hinterher. Hans Nieswandt veröffentlichte sein zweites Buch 2005, sowie immer noch gelegentlich Artikel für Spex, taz, Groove, Zonic u.ä. Er arbeite sogar für das Goethe-Institut und vertrat dabei die deutsche Kultur in Brasilien, Mexiko, Südafrika, dem Nahen Osten und in der Türkei.


Benna
Harry Klein Records / München
http://myspace.com/benna80

Noch drei Stunden bis Sonnenaufgang. Schweißgetränkte, hohlwangige Jünger des Augenblicks bewegen sich wie gleich getaktete Maschinen im Rhythmus des ewigen 1-2-3-4 der Nacht. Die Bassdrum kickt stoisch, die Perkussion klappert hohl und zwischen den Sounds hört man ein synthetisches Fiepen. Wir befinden uns auf dem Höhepunkt des minimalen Zeitalters, bei einem Rave, wie es hätten tausend andere genauso sein können. Der Beat wird ewig bleiben, doch die innere Lehre nimmt zu. Da plötzlich... ein Leuchten... Musik.... Leben im ewigen Eis. BENNA hat die Turntables übernommen und augenblicklich ändert sich die Temperatur des Sounds. Der Beat wird zum Herzschlag, im eigenen Innern keimt ein Glühen und verloren geglaubte Raverhüllen beginnen sich zurück in lebendige Menschen zu verwandeln.
So ist das. Man kann es fühlen, wenn Benna an den Decks steht. Auch wenn man es ihm nicht immer ansieht, er ist schon eher der emotionale Typ... Erst auf der Tanzfläche merkt man das, wenn plötzlich die Knie weich werden, die Sicht flackert, die Ohren klingeln und einem das Herz vor erhitzter Glückseligkeit zerspringen möchte. Man erzählt sich, dass einst eine junge Raverin bei einem seiner Sets geschmolzen ist. Da lag sie dann, als selbstgenügsame Pfütze neben der Tanzfläche, den Himmel spiegelnd. Der warme Groove, den er bei seinen Sets entwickelt ist aber auch beispiellos. Deeper House ist sein Steckenpferd, aber Kinder ich sage euch, zu Peaktime kann der Knabe auch raven, dass einem die Hosenbeine schlackern. Mal reduzierter, mal vollmundig auf die Zwölf, aber immer die richtige Bassline im Bewusstsein. Fern ab von jeglicher Beliebigkeit füllt er den Raum mit Intensität, mit seinem Gespür für den Moment reißt er Crowds an sich, treibt sie in den Wahnsinn, schleift sie hinter sich her und zieht sie zu Afterhour und wieder zurück.
Im international renommierten Harry Klein Club ist er von Beginn an Resident, nachdem er bereits in dessen Vorgänger, dem legendären Ultraschall einige unregelmäßige aber durchaus aufsehenerregende Gigs spielte. Aber auch in der angegliederten Harry Klein Booking Agency ist BENNA bereits seit Anfang an tätig. Seine Sets, die er regelmäßig in München zum Besten gibt, tragen ihm bald auch international den Ruf eines begnadeten Plattendrehers ein und bescheren ihm Gigs in den wichtigsten Clubs Europas. Im Groove Magazin wird er 2008 als Nachwuchstalent porträtiert und die Ankündigung, auf die eklektische Tätigkeit als DJ bald eigene Produktionen folgen zu lassen wurde 2010 dann auch erstmals auf Harry Klein Records realisiert.


&Me
Keine Musik, Souvenir, Gigolo / Berlin
http://myspace.com/andmeandyou

When one could assume, &ME entered the house and techno world somewhat out of the blue, it is due to his sublime modesty that’s already captured in his alias. Coming from Hamburg to Berlin in 2004 his talent was soon recognized by folks like DJ Hell and DJ T. who hired him as their co-producer. Besides that, he was playing in clubs (both national and international) all week every week and putting his effort in remixes for the likes of Roxy Music, Tiefschwarz or Anthony Rother. But as soon as he dropped his first solo productions, he finally made himself a name in a quite unparalleled way. “F.I.R.” – his first release on keinemusik, a collective of Berlin based DJs and producers, he helped founding in 2009, was a massive clubhit, but in the end not much more than a foretaste of things to come. Releases and remixes on Front Room, Souvenir, Rebirth, Liebe*Detail, Saved etc. followed, his reputation as a gifted producer and DJ extraordinaire spread even more into international realms, and that’s where he stands right now, as his blend of techno and soulful housemusic took incredible shape: Many new projects in focus and clearly visible as one of the most unique and original figures in the game.


Steffen Bennemann
Nachtdigital, Distillery / Leipzig
http://steffen-bennemann.com

Musik ist eine Angelegenheit des Herzens. Steffen Bennemann weiß um diesen Umstand und setzt seine akustischen Nadelstiche folglich genau dort, wo sie zum Ziel führen: Mitten ins Herz. Mal subtil, mal ganz offensichtlich – Emotionen spielen die Hauptrolle in der Musik des
Herrn Bennemann. Während andernorts die minutenlange Ausformulierung einer Bassdrum betrieben wird, verschleißt Steffen seine Energie im unermüdlichen Beackern der großen Gefühle, stets auf der Suche nach dem universalen Moment des Glücks. Jubel und Tränen liegen dicht beieinander – die Magie dieses schmalen Grates ist es, die Steffen fasziniert. House ist ihm dabei ebenso recht wie Techno und Dub – wäre Herr Bennemann ein Koch, so würden bei ihm sämtliche Klassifizierungsversuche wie "amerikanisch", "europäisch", "traditionell" oder "modern" ihr Ziel verfehlen. Die Wahrheit – man ahnt es schon – liegt wohl irgendwo dazwischen. Fröhlich winkt Steffen der Stylepolizei und öffnet für uns eine neue Pralinenschachtel voller Überraschungen.


Johannes Moses
Finebeatz, Dixon / Erfurt
http://finebeatz.de
http://myspace.com/johannesmoses



Sonntagmorgen um 10 Uhr ist eine Zeit, die der Großteil Deutschlands dazu nutzt ein paar Croissants in den Kaffee zu tauchen und den neuen Tag gemütlich zu starten. Für die Wachfraktion im Centrum Club ist es oft die Zeit, die letzten Tanzreserven zu den Klängen von Dixon-Resident Johannes Moses zu aktivieren. Dem Erfurter ist es gelungen innerhalb der letzten beide Jahre eine respektable Instanz im Partygeschehen zu werden. Er ist dabei nicht nur für seine Ausdauer an Sonntagen bekannt, sondern weiß mit qualitativ hochwertiger elektronischer Musik zu begeistern – Ping Pong Sets mit Ricardo Villalobos, Troy Pierce oder Raresh werden hierbei oft zu erhebenden Stunden. Da kommen die Berliner in der Bar 25 ebenso in den Genuss seiner Auflegkünste wie die französischen Partygänger in Strasbourg. Oder die Weitertänzer eines Fanta Vier Konzerts. Unermüdlich, der Herr Moses. Unermüdlich auch seine weiteren Aktivitäten. Neben seinem Job im Dixon-Plattenladen, ist er zudem für das Booking der legendären „Spinning Wax“ Veranstaltungen verantwortlich. Dazu gibt es erste Produzentenschritte, die demnächst auf dem kultigen „finebeatz“-Label Gehör finden werden. Der Thom Yorke-Verehrer weiß darauf mit einer weiteren Waffe zu glänzen: seiner Stimme...Hören also, werden wir von ihm sicher noch einiges...
einiges…

Hille
Finebeatz, Lebensfreude / Erfurt
http://finebeatz.de
http://myspace.com/hilpe

Der Startpunkt von Hilles musikalischer Laufbahn liegt dort, wo schätzungsweise ein Großteil der DJs losgelegte: Die Schüler-Discos. Mit einem Tapedeck unterm Arm und einer Regent 10/60–Anlage machte Martin Hilpert sich auf die Socken, um erste Erfahrungen als Entertainer zu sammeln.
Im Jahre 1996 bot sich die Gelegenheit an einem "DJ-Lehrgang" teilzunehmen, bei dem Hille mehr über Moderation lernte, was ihm einige Jahre später in der hauseigenen Radiosendung "finebeatz@Airfunk" durchaus von Nutzen ist. Außerdem war ein erster Auftritt hinter einem richtigen Dj-Pult in einer Disco mit inbegriffen. Danach präsentierte er jeden Samstag ein sehr gemischtes musikalisches Programm für die Jugend. Das Mixen an sich lernte er nebenbei.
Die ca. ein Jahr andauernde Teeny–Geschichte war schon ein guter Einstieg, aber dennoch kam mehr und mehr die Frage auf, ob ein durchwachsener Diskothekenabend wirklich seine Baustelle ist. Ursprung dieser Frage war das neuartige Flair clubbiger Veranstaltungen der elektronischen Tanzmusikszene, die er zu diesem Zeitpunkt aufsuchte und lieben lernte (allerdings mehr vor dem Pult als dahinter).
Zu dieser Zeit brach das Disco–House–Fieber aus und auch Hille wurde mehr oder weniger davon infiziert. Allerdings hatte sein Immunsystem noch genügend Reserven, um ihm noch andere Wege und Möglichkeiten offen zu halten, denn dieser strange housige Weg sollte nicht der musikalische Stil sein, den er einschlagen wollte. Er strebte nach etwas mehr Individualität und hin und wieder erreichten andere Klänge seinen Gehörgang. Diese wesentlich deeperen, minimaleren oder auch technoideren Töne inspirierten ihn ungemein. Endlich hatte er etwas gefunden, bei dem er sich wohl fühlte.
Ein weiterer wichtiger Schritt in seiner DJ-Laufbahn war die Gründung von Finebeatz im Jahre 2001, wo er seit Beginn an Resident ist.
Seit 2002 widmet sich Hille verstärkt seiner Arbeit im Studio. Ob allein oder in Zusammenarbeit mit anderen kreativen Köpfen wie Mathias Frank (als "Zielgruppe“) oder Sebastian Mönch, mit dem er das Projekt art.verwandt gründete, arbeitet er an eigenproduzierten Tracks.

OneTake
Sub.Island, stur / Leipzig
http://myspace.com/onetakemaiko

Sowohl diverse Musik-Macher als auch viele Kritiker sind sich einig, dass Dubstep das elektronische Genre mit dem größten Entwicklungs- und Innovationspotential im beginnenden 21. Jahrhundert ist. Einer, der sehr dazu beigetragen hat, den Sound in Deutschland salonfähig zu machen, ist OneTake. Er ist DJ aus Passion, Booker und Promoter des legendären Conne Islands in Leipzig und stellt ganz gern mal acht zusätzliche Bass-Boxen bei seiner Partyreihe „Sub.Island“ auf, um Dubstep nicht nur hörbar sondern auch fühlbar zu machen. Zudem ist er gern gesehener Gast bei Scuba’s „Substance“-Events im berüchtigten Berghain Berlin sowie bei diversen Veranstaltungen in der gesamten Bundesrepublik, denn er lässt sich genau wie das Genre nicht auf eine stringente Stilistik festnageln und bewegt sich im Spannungsfeld irgendwo zwischen House, UK Garage und eben Dubstep.


Matthias Fiedler
Rocknrule Ent. / Eichsfeld
http://myspace.com/matthiasfiedler

Natürlich darf wie jedes Jahr auch ein Newcomer nicht fehlern. So richtig Newcomer ist Matthias zwar nicht mehr für uns, denn er zählt seit bereits 3 Jahren zur Rocknrule Crew. Seine ersten Platten drehte er bereits mit 15 Jahren wobei es ihm damals der Hip Hop der 90er angetan hatte. Heute widmet er sich der elektronischen Musik ohne dabei seine Anfänge zu vergessen - deshalb passt er ja so gut zu uns. Und heute unser Dank, indem wir ihm die Möglichkeit geben sich einem großen Publikum zu präsentieren.